EVT3D
Ratgeber Bühne

Bühnenformen für Firmenveranstaltungen.

Von Troy Halsey ·

Wo die Bühne steht und in welche Richtung das Publikum blickt, entscheidet über ein Event mehr als fast alles andere im Raum. Es bestimmt, wie nah die Vortragenden wirken, wohin die Leinwände können, wie viel Fläche die Bestuhlung bekommt und was die Kameras sehen.

Es gibt sechs Bühnenformen, von denen die meisten Eventdesigner ausgehen. Sie sind eher ein Vokabular als eine abgeschlossene Liste: Die interessanten Entwürfe entstehen meist, wenn man sie abwandelt und kombiniert.

Die sechs Bühnenformen im Überblick

Bühnenformen im Vergleich
BühnenformWas sie istGut fürWorauf zu achten istLeinwände
Frontalbühne (mit Vorbühne)Die Bühne an einer Stirnseite des Raums, die Szenografie hinten auf der Bühne als Hintergrund, ohne Portalrahmen. Die Vorbühne ist der Teil des Podests, der zum Publikum hin vorragt.Die meisten Plenarsessions bei Firmenveranstaltungen. Die Vortragenden stehen nah am Publikum.Wenig — sie ist nicht ohne Grund der Standard.An der Bühnenwand, seitlich oder hinter den Vortragenden.
GuckkastenbühneEine Frontalbühne hinter einem Rahmen. Manche Locations haben einen; oft bauen Designer ihn aus schwarzem Molton oder Szenografie.Saubere Kanten und große Enthüllungen, etwa ein Zugvorhang, der sich öffnet und das Set freigibt.Alles passiert hinter dem Rahmen, sodass sich das Publikum außerhalb der Show fühlen kann.Innerhalb oder hinter dem Rahmen.
Dreiseitige BühneDas Podest ragt in das Publikum hinein, mit Plätzen an drei Seiten (Thrust-Bühne).Das Publikum ins Geschehen holen; eine intimere Atmosphäre.Vortragende drehen sich gern zur Mitte, sodass die seitlichen Blöcke sie im Profil sehen.Die Hauptwand plus Leinwände, die die seitlichen Blöcke sehen können.
LaufstegEin schmaler Bühnenstreifen durch das Publikum; die beiden Seiten sitzen einander gegenüber. Eine T-Variante ergänzt einen Querbalken, auf den das Publikum blickt.Modenschauen und Produktpräsentationen im Gehen.Irgendjemand sitzt immer hinter den Vortragenden. Die Leinwände müssen hinter jede Publikumsseite; bei einem T drehen sich die Köpfe stark, sobald der Laufsteg genutzt wird.Hinter jeder Publikumsseite oder bei einem T seitlich der Bühne.
ArenabühneDie Bühne in der Mitte des Raums, mit Plätzen, die von allen Seiten auf sie blicken.Eher Gesprächs- als Vortragsatmosphäre, mit Vortragenden, die damit umzugehen wissen.Vortragende blicken jeweils nur etwa ein Viertel des Raums an. Hohe Szenografie verstellt die Sichtlinien.Darüber abgehängt, oder Video anstelle von Szenografie.
InselbühnenMehrere kleine Bühnen im Raum verteilt.Preisverleihungen mit wechselnden Präsentierenden oder eine Bühne pro Zweck, etwa eine Band auf der einen und Redner auf der anderen.Funktioniert am besten, wenn alle Bühnen dieselbe Seite des Raums bevorzugen, damit sich niemand auf seinem Platz verdrehen muss.Pro Bühne geplant; die Plätze sind auf die gemeinsame Bühnenfläche ausgerichtet.

So wählen Sie die richtige aus

Klären Sie zuerst die physischen Fragen, dann die Atmosphäre. Eine Bühnenform, die nicht in den Raum, das Budget oder den Zeitplan passt, ist keine Option, so gut sie auch aussähe.

  • Wie wird die Bühne genutzt: eine einzelne Keynote, Panels, Künstler, Laufwege bei Preisverleihungen?
  • Wie groß ist der Raum, und wie viel davon braucht das Publikum?
  • Wie hoch ist das Budget für Bühnenbau, Szenografie und Leinwände?
  • Legen die Rider von Künstlern (ihre Listen mit Produktionsanforderungen) die Bühne fest?
  • Lässt sich alles in der Zeit auf- und abbauen, die Ihnen die Location gibt?
  • Dann die Atmosphäre. Soll sich das Publikum als Teil des Geschehens fühlen, denken Sie an eine niedrige Arenabühne. Soll alles überlebensgroß wirken, denken Sie an eine hohe Dreiseitige Bühne in einem dekorierten Guckkasten.

Die Leinwände folgen der Bühnenform

Bei den Leinwänden gehen Bühnenformen am häufigsten schief, weil das Publikum in jeder Form in andere Richtungen blickt. Bei einer Frontalbühne oder Guckkastenbühne teilen sich Leinwände und Bühne eine Wand. Bei einer Dreiseitigen Bühne brauchen die seitlichen Blöcke eine eigene Sichtlinie zu einer Leinwand. Ein Laufsteg setzt das Publikum auf gegenüberliegende Seiten, also braucht jede Seite Leinwände hinter der anderen. Bei einer Arenabühne verdeckt alles Hohe jemandem die Sicht, weshalb die Leinwände meist darüber hängen.

Dimensionieren Sie die Leinwände für den Betrachtungsabstand der letzten Reihe und prüfen Sie sie dann von den schlechtesten Plätzen aus, nicht von den besten.

Bühnenformen in EVT3D ausprobieren

Der Event Wizard von EVT3D legt aus Raum und Teilnehmerzahl eine Plenarsession oder Breakout-Session als Ausgangspunkt an, in jeder der sechs Bühnenformen — Frontalbühne, Guckkastenbühne, Dreiseitige Bühne, Laufsteg, Arenabühne und Inselbühnen. Weil das schnell geht, können Sie zwei oder drei Varianten anlegen und in 3D vergleichen, bevor Sie sich entscheiden, und dann jede mit Chair View von den Plätzen aus prüfen.

Fragen, die uns gestellt werden

Welche Bühnenform ist bei Firmenveranstaltungen am häufigsten?

Die Frontalbühne mit Vorbühne: die Bühne an einer Stirnseite des Raums, die Szenografie hinten hinter den Vortragenden und kein Portalrahmen. So bleiben die Vortragenden nah am Publikum, und die Leinwände hängen an derselben Wand wie die Bühne.

Was ist der Unterschied zwischen einer Dreiseitigen Bühne und einem Laufsteg?

Bei einer Dreiseitigen Bühne ragt ein Podest in das Publikum, mit Plätzen an drei Seiten. Ein Laufsteg ist eine extreme Variante davon: ein schmaler Streifen durch das Publikum, über den hinweg sich die beiden Saalhälften gegenübersitzen.

Wohin kommen die Leinwände bei einer Arenabühne?

Meist nach oben, über der Bühne abgehängt, damit alle Seiten sie sehen können — denn alles Hohe auf dem Boden verdeckt den Menschen dahinter die Sicht.

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